Dienstag, 22. Dezember 2009

Feliz Navidad




Seit gut zwei Wochen bin ich nun hier in Quito und lebe bei meinen Freunden im Norden der Stadt. Viel Weihnachtsschmuck und blinkende Lichter zeugen vom baldigen Weihnachtsfest. Ich werde die Weihnachtstage in der Familie meiner Freunde verbringen koennen und eine echte Ecuadorianische Weihnachtsfeier miterleben duerfen. Natuerlich gehoeren auch der Besuch der Kirche, gutes und vor allem viel Essen, Kristbaeume, Krippen und Geschenkli dazu. Aehnlich wie bei uns wird am 24. Dezember Abends zusammen gegessen und die Feierlichkeiten ziehen sich dann ueber den 25. und 26. Dezember hinaus.
Am 27. Dezember spaet abends stehe ich dann schliesslich am Flughafen von Quito und warte auf Regula!!! Endlich kommt meine Kollegin aus der Schweiz und eine neuer Abschnitt meiner Reise beginnt. Denn von nun an werde ich nicht mehr alleine in der Weltgeschichte herumziehen, sondern gemeinsam mit ihr. Fuer 3 Monate werden wir zusammen unterwegs sein in Ecuador, Peru und Bolivien. Von dort wird sie Ende Maerz wieder heimfliegen. Ich erwarte Ende Maerz meinen Chregu in Bolivien und zusammen mit ihm werde ich den letzten Monat meiner langen Reise verbringen koennen. Wie ein Gentleman wird er mich schliesslich Ende April heil nach Hause bringen. Nochmals laesst er mich nicht am Flughafen zurueck...

Auf diesem Weg wuensche ich euch allen ein wunderschoenes und besinnliches Weihnachtsfest mit euren Lieben! Geniesst die Zeit mit eurer Familie. Fuer das kommende Jahr wuensche ich euch viel Glueck, Gesundheit und Zufriedenheit.

Vielen Dank fuer die vielen Mails, dich ich immer bekomme und die unzaehligen guten Gedanken, die ihr mir schickt! Ich freue mich sehr, euch alle im naechsten Jahr wieder zu sehen!!!

Montag, 21. Dezember 2009

La Visita en Santa Maria del Taochi





Schon im September traf ich Bettina und Ania aus Deutschland in Quito. Sie wollten fuer ein Jahr ein Voluntariat in Ecuador machen. Ich versprach ihnen damals, dass ich sie im Dezember besuchen werde, wenn ich wieder in Quito sein werde.
Gesagt getan. So begann am Dienstagmorgen mein Abenteuer "Santa Maria del Toachi". Ich brauchte fast 2 Stunden, um ueberhaupt durch Quito zum Suedlichen Terminal "Quitumbe" zu gelangen. Die Distanzen in Quito sind unglaublich... und der Verkehr moerderisch!!!
Vom Terminal Quitumbe brachte mich ein Bus sicher nach Patricia Pilar. Schon dort staunte ich ueber den Ort und fragte mich, wo um alles in der Welt ich nun wieder gelandet bin. Ich traf Ania und Bettina und sie sagten mir, dass wir nun noch die Ranchera nehmen muessten, um nach Santa Maria zu gelangen... das dauere nur 1 bis 2 Stunden!!! Wow!!!
Das kleine Dorf Santa Maria del Toachi liegt echt voll in der "Pampa", wie wir so schoen sagen. In diesem Dorf ist das Internat und die Schule, die von 3 Nonnen gefuehrt werden. Vor 20 Jahren hat ein Deutscher Priester diese Instution zusammen mit Nonnen aufgebaut. Im Internat sind 25 Kinder, welche in der Umgebung von Santa Maria wohnen, jedoch einen so weiten Schulweg haben, dass sie ueber die Woche im Internat bleiben. Dort kuemmert sich Schwester Benedicta um das Wohl der Kinder. Ania und Bettina unterstuetzen sie dabei so gut sie koennen. Sie helfen beim Kochen, Abwaschen und natuerlich beim Erledigen der Hausaufgaben... phu... eine Anstrengende Arbeit, wenn man bedenkt, wie gern die Kinder doch Hausaufgaben machen.
Als ich in Santa Maria ankam, besichtigten wir zuerst das Haus der Nonnen. Fuer mich einen neue Welt. Alles war jedoch sehr einfach eingerichtet. Das Internat liegt ungefaehr 5 Minuten zu Fuss vom Schwesternhaus entfernt. Kaum im Innern des Internats, waren wir schon belagert von den Kindern. Sie bestuermten mich mit Fragen und schon gleich schloss ich sie ins Herz. Besonders beeindruckte mich die ungemein authentische Art dieser Kinder. So spielten wir am Abend auf der Dachterasse und ploetzlich zeigte ein Kind ganz ausser sich in den Himmel. Es war ein Flugzeug, welches ueber uns flog und die Kinderaugen zum Glaenzen brachte...
Am naechsten Tag konnte ich zusammen mit Anja und Bettina die Schule besuchen. Gleich stand auch eine Partie Fussball mit den Lehrern auf dem Programm. Ein lustiges Bild gab die Nonne ab, welche mit meinem Fotoapparta am Spielfeldrand stand und munter Foto um Foto schoss. Danach besuchten wir eine Finka, wo die "oberste" Nonne kurz Bananen kaufen wollte. Tja, das dauerte ganze zwei Stunden, bis wir zurueck ins Internat gingen. Neben viel Gerede, wollte die Nonne mir unbedingt noch den Garten der Finka zeigen. Fuer mich schlicht weg "der Garten Eden"... Ich zaehlte ungefaehr 10 verschiedene Fruechte, die man dort von den Baeumen pfluecken konnte. Und das waren nur diejenigen Fruechte, die ich erkennen und benennen konnte... Wow...
Abends stand dann der erste Gottesdienst auf dem Programm. Da ich in einem Katholischen Internat, welches von Nonnen geleitet wurde, zu besuch war, kam ich nicht drum herum, dem Gottesdienst beizuwohnen. Ich kann nun tatsaechlich das Ave-Maria auf Spanisch, nachdem wir einen ganzen Rosenkranz durchgebetet hatten... Leider war die Messe sonst etwas, naja sagen wir, aussergewoehnlich. Der Deutsche Priester musste leider gesundheitshalber letztes Jahr den Ort Santa Maria verlassen und einem jungen, einheimischen Priester platzmachen. Dieser praktiziert sein Geluebte etwas in "gelockerter" Art und hat etliche Beziehungen zu Frauen im Ort. Eine der Frauen sitzt am Keyboard und tippt die Tasten. Spielen kann die gute Frau im besten Willen nicht. Auf ihrem Schoss sitzt ihr Kind... und wer ist wohl der Vater???
Am naechsten Tag besuchten wir wieder die Schule, um mit den Kindern Englische Weihnachtslieder zu singen. Danach wurde das Internat in eine Backstube verwandelt und wir machten Weihnachtsguetzli mit den Kindern. Die allabendliche Messe im Dezember unterbrach die Arbeit fuer 2 Stunden...
Schon hiess es Abschied nehmen von den Kindern, denn am naechsten Morgen wollte ich frueh los, um Abends wieder zurueck in Quito zu sein. Die Verabschiedung fiel mir richtig schwer und die Kinder wollten mich nicht los lassen... Auch die juengste der Nonnen ist mir richtig ans Herz gewachsen...

Mit vielen Eindruecken und vor allem einer totalen Zufriedenheit verliess ich Santa Maria del Toachi wieder. In diesen 4 Tagen konnte ich so viel mitnehmen. Das Wichtigste fuer mich war aber, dass ich realisierte, wie sehr mir das Zusammensein mit Kindern gefaellt. Absolut geruehrt war ich von den Nonnen, die mir alle zum Abschied etwas schenken wollten... Dieser Besuch ist fuer mich eines der schoensten Erlebnisse der vergangenen Monate.

Ranchera und Camionetta



Die Transportmittel nach Santa Maria del Toachi sind eher gewohnheitsbeduerftig. So dient die Ranchera (Das busaehnliche Gefaehrt) als einziges Transportmittel fuer alle Menschen hier. Es stopfen sich jeweils unzaehlige Menschen, Tiere und andere Gueter in und auch AUF die Ranchera. Die Strassenverhaeltnisse sind extrem schlecht und so blieben wir schon nach 5 Minuten im Dreck stecken... Ein Bagger konnte uns dann herausstossen.

Die Nonnen besitzen ihr eigenes Fahrzeug, die Camionetta. Die Aelteste der Nonnen war die Fahrerin und beweiste ihr Koennen auf den holprigen und mit Schlagloechern gefuellten Strasse.

Der "Ritt" auf der Camionetta ist besonders toll. Denn so bekommmst du die ganze Landschaft in der 360- Grad- Ansicht mit.

Los niños en Santa Maria del Toachi




Die Kinder freuten sich sehr ueber meinen Besuch. Sie waren so herzig und wollten mich gar nicht mehr gehen lassen.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Español - Francais - English - Deutsch - Schwiizerduetsch


Tja, Suedamerika hat mich wieder!!! Und ich bin schon wieder voll anklimatisiert - auch an die etwas "komischen" Vorkommnisse, die hier halt so passieren.
So herrscht in Ecuador starke Wasserknappheit, da es trotz Regenzeit quasi nicht regnet. So stellen sie hier, auf Geheiss der Regierung, taeglich einige Stunden den Strom ab. In Quito zum Beispiel ist es in Sektoren eingeteilt. Taeglich ist ein anderer Sektor dran, der von 8 bis 11 Uhr und 18.30 Uhr bis 22 Uhr keinen Strom erhaelt. Schon speziell, wenns einfach kein Licht mehr gibt oder wenn man keinen Fruchtsaft bestellen kann, weils halt einfach keinen Strom gibt.
Die letzten Tage machte ich einen Abstecher nach Otavalo, einen Ort etwa 2 Stunden Fahrzeit ausserhalb von Quito. Hier hatten sie an einem Abend um 19 Uhr fuer 4 Stunden den Strom abgestellt. Ich, nichts ahnend, las gerade ein spannendes Buch in meinem Hotelzimmerchen, als ich ploetzlich im Dunkeln sass. Welch glorreiche Vorsehung... ich hatte meine Stirnlampe dabei, denn das meiste Gepaeck liess ich in Quito in "meinem Zuhause"!!! Auf jedenfall konnte ich dank Stirnlampe weiterlesen.
Tja, aber was sollte ich den jetzt mit meinem aufkommenden Hungergefuehl machen??? Der nette Ecuadorianer an der Rezeption brachte mir eine Kerze und meinte, ich solle doch zu Oscar's gehen, der Pizzeria gleich um die Ecke. Durch die Dunkelheit tappend fand ich die Pizzeria und war nicht die einzige Person, die von Hunger getrieben, die wohl einzige warme Kueche im Ort aufsuchte. Es ging nichts ueber ein grosses Stueck HOLZofenpizza und einem Glas Cola (fuer einen Dollar!!!!)

Am naechsten Morgen wollte ich eigentlich alleine losziehen und die Gegend um Otavalo wandernd erkunden. Ich traf aber beim Fruehstueck auf ein Ehepaar aus Frankreich (Hyêres... Cindy, hab grad die Adresse gekriegt fuers naechste Mal...) und sie sagten mir, dass sie auf eine Wanderung rund um eine Lagune gehen werden. Ich solle doch auch mitkommen. Klar doch!!! So fuhren wir zu fuenft (2 Franzosen, 2 Maedels aus Polen und ich) mit dem Bus in einen Ort und ab dort auf der Ladeflaeche eines Jeeps ans Ufer dieses Sees.
Lustig war, dass die Franzosen fast kein Englisch und die Polen ueberhaupt kein Franzoesisch sprachen. So war ich hin und her gerissen zwischen all den Sprachen... und musste von Zeit zu Zeit Dolmetscherin spielen. Doch durch das viele Spanisch, fiel mir das Franzoesischsprechen echt schwer. War aber gutes Hirntraining!
Auf einem Aussichtspunkt trafen wir dann noch auf drei weitere Touris. Wie immer wurde Englisch gesprochen, aber den Deutschen Dialekt hoere ich ohne Probleme aus dem Englischen heraus. Die drei Deutschen trainieren fuer den Aufstieg auf den Cotopaxi und unternehmen daher allerlei Wanderungen. Der eine Deutsche aus Berlin sagte, dass er Schweizerdeutsch, so glaube er, nicht verstehe, aber wenn ich "so" spreche wie jetzt, dann wuerde er mich also gut verstehen. Was ich dann fuer mich behielt war, dass ich gar nicht Schweizerdeutsch , SONDERN SCHRIFTDEUTSCH gesprochen hatte!!! Danke fuers Kompliment!!! hahaha!!!
Die Wanderung war wunderwunderschoen. Ich genoss die frische Luft und die tolle Aussicht auf See und Berge. Ja - Suedamerika hat mich wieder!!!

Montag, 7. Dezember 2009

Estoy en America del Sur - otra vez!!!





Die Ankunft in Quito war dieses Mal wesentlich angenehmer. Obwohl ich wohl gerade den tuechtigsten Zoll-Polizisten erwischte, der an diesem Tag arbeitete. Als ich aus Ecuador ausreiste, versicherte mir der Zollbeamte damals, dass ich keine Probleme mit meiner Visageschichte kriegen wuerde beim Wiedereinreisen. Naja... Der Zollbeamte gestern wollte mich nicht wirklich durchlassen, ohne dass ich mich nicht als Voluntaerin registrieren lassen wuerde.. Tja, die alte Geschichte. In meinem jetzt doch schon recht sattelfesten und vor allem verhandlungstuechtigen Spanisch erklaerte ich ihm, dass ich die Papiere zum Registrieren nicht mehr haette und auch keine Absichte haette, in Ecuador zu arbeiten...
Er ging mit meinem Pass davon und machte eine Kopie, die er an irgend ein Amt schicken wollte. Meintetwegen...
Nachdem ich meinen Rucksack gefunden und die Zollkontrolle passiert hatte, warteten zwei bekannte Gesichter auf mich. Jawohl, ich wurde hier in Quito tatsaechlich vom Flughafen abgeholt von meinen beiden Freunden, die mir letzten September schon viel geholfen hatten... Mit einem Blumenstrauss in der Hand und ohne Gepaeck, das wurde mir sogleich abgenommen von meinen Freunden, betrat ich also zum zweiten Mal ecuadorianischen Boden.
Am Abend stand gleich wieder ein weiteres Highlight auf dem Programm. Zwar noch etwas muede von der Reise und vor allem nicht so in Stimmung auf Party nach der doch sehr sehr schmerzhaften Verabschiedung in San Jose, stieg ich ins Auto Richtung Stadtcentrum. Die letzte Woche herrschte in Quito scheinbar Ausnahmezustand. Es war Stadtfest und heute Abend war der Abschluss aller Festivitaeten. Zu diesem Anlass gab es ein "Desfile", einen Umzug. Schon bald verflogen meine trueben Gedanken etwas und ich befand mich in Mitten eines bunten und farbenfrohen Umzuges. Ich konnte es kaum glauben und wenn ich die Augen schloss, so haette ich wetten koennen, dass ich am Strassenrand eines Fasnachtsumzuges stehen wuerde. Die hatten tatsaechlich eine Art Guggenmusik hier. Die "Bandas" bestanden aus vielen Trommlern, LiraspielerInnen, Trompetenspielern, wobei die nur 3-4 verschiedene Toene spielen konnten und einige Bandas hatten sogar Susaphone... Zwischen den Bandas gab es farbige Tanzgruppen, die einen wahren Ausdauerakt vollbrachten. Es gab Taenzer auf Stelzen, Feuerkuenstler und immer wieder fuhren Wagen vorbei, wo die Schoenheitskoeniginnen des jeweiligen Ortes fleissig winkten und ihr bestes Lachen preisgaben.
Die ganze Sache dauerte recht lange und ich verstand auch, warum die Ehrentribuene die erste Stunde noch leer blieb. Doch wer sass nach einer Stunde ca. 50 Meter von uns entfernt??? Rafael Correa himself, el presidente de Ecuador!!!
Mit einem knalligen Feuerwerk wurde dann das Stadtfest von Quito entgueltig beendet... Und ich konnte zufrieden nach Hause gehen...